Schon oft bin ich (schon seit Jahrzehnten) auf dem Weg zu meiner Arbeit über B2, Ufer- und Emil-Fuchs-Straße an diesem historischen Ensemble vorbeigefahren. Heute habe ich einfach mal angehalten und fotografisch ein paar Eindrücke vom sogenannten "Rosentaltor" festgehalten.


Als „Rosentaltor“ werden heute die Reste einer früheren Toranlage mit seitlichen Torbauten, die nunmehr nicht mehr vorhanden sind, bezeichnet.
Die eigentliche Toranlage entstand 1850-1855. Der 12 Meter hohe Fahnenmastast auf ornamentiertem Sandsteinsockel wurde 1892 nach einem Entwurf des Architekten Schmidt aufgestellt. Der Mast mit
beidseitigem, symbolischem schmiedeeisernen Tor betonte den Zugang zum Rosental aus der Rosentalgasse heraus (Heute Einmündung in die Emil-Fuchs-Straße). Diese Gasse verband die Stadt mit dem
Rosental.
„Das „Rosentaltor“ war eines der früheren sieben äußeren Stadttore (Leipzig hatte zwei Verteidigungslinien).
Im Jahre 1777 wurde auf Veranlassung von Hofrat Boehme zwischen dem „Rosentaltor“ und dem Dorf Gohlis der sog. Dammweg angelegt, der sich heute innerhalb des Zoogeländes befindet.“ (1)

Die Torhäuser und Tore des einstigen „Rosentaltors“ wurden im Laufe der Jahre abgerissen. Das westliche der beiden Torhäuser (Rosentalgasse 14) erst im Jahr 1989. Zu meinem Erstaunen, ich kann
mich nicht mehr an ein solches Torhaus erinnern. (aber zugeben befand sich diese Ecke Leipzigs damals nicht in meiner „Homezone“)
Erhalten geblieben ist das Kernstück der einstigen Toranlage, der Steinsockel mit Fahnenmast und schmuckvoller Bekrönung und die Gusssäulen mit anschließenden schmuckvollem Gittern und Beetanlage, die nun eine Mittelinsel in der Straßenführung bildet.
Im Zuge der Instandsetzung und Restauration dieses historischen Ensembles restaurierte von Oktober 1998 bis Oktober 1999 die Kunstschmiede Althammer, Leipzig die Gitter, Mast und
Fahnenmastbekrönung.
Die Sanierungsmaßnahmen am Sandsteinsockel des Fahnenmastes wurden durch den Leipziger Bildhauer Markus Gläser ausgeführt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Standsicherheit der Säule gelegt. Zur
Verstärkung und Stabilisierung wurde im Inneren der Säule ein Edelstahlkern montiert und in das erneuerte und ergänzte Fundament eingelassen. Das kleine, bepflanzte Areal vor dem Ensemble wurde
von der Garten- und Landschaftsbaufirma Schilling neu angelegt.
Die Maßnahmen wurden vom Grünflächenamt und dem Amt für Stadtsanierung und Wohnungsbauförderung getragen und finanziert.
Die feierliche Übergabe der Anlage des "Rosentaltors“ erfolgte im Mai 2001.
Fotos: Norbert Lotz / 27.06.2025
Optisch wirkt das „Rosentaltor“ inzwischen zugegeben etwas fehlplatziert, so mittig auf einer kleinen Straßeninsel, kennt man jedoch die historischen Hintergründe kann man es optisch besser als
Tor einordnen. Ein schönes, historisches Stück Leipzig ist es allemal.
Also: Hinaus ins Leipziger „Rosental“ vielleicht sogar durch, bzw. besser am Rosentaltor vorbei ins Grüne.

Das Rosental, ein geschichtlicher Kurzexkurs:
„Nach der deutschen Kolonisation im 10. Jahrhundert
wurde dieses Gebiet Eigentum des Landesherrn und unterstand der Verwaltung eines kurfürstlichen, als
Rosentäler bezeichneten Försters. Im Jahre 1318 wurde es erstmalig erwähnt. Im Jahre 1663 erfolgte
der Kauf durch die Stadt Leipzig für 17.000 Gulden (etwa 15.000 Taler). Im Jahre 1707 erfolgte die Anlage der Rosentalwiese mit Sichtschneisen nach den Plänen
von Johann Christoph Naumann. Dieser an die Waldbestände anschließende Parkteil ist die einzige noch erhaltene barocke Parkanlage Leipzigs.“
Quelle: Exkursionsführer Rosental
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